Veranstaltungen laden

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung ist bereits vorbei.

Bildungsprotest Jena – Lernfabriken meutern

21. Juni 2017

Die Bedingungen unter denen Bildung stattfindet sind katastrophal.

Konkurrenz und Ausschluss prägen das ganze Bildungssystem. Im Kampf um die besten Plätze in dieser Gesellschaft werden weite Personenkreise ausgegrenzt. Schon in Kindertagesstätten ist nicht Platz für alle. Nach der Grundschule werden junge Menschen in verschiedene Schulformen sortiert. Die Auslese richtet sich unter anderem nach dem Bildungsgrad und dem Einkommen der Eltern, der ethnischen Herkunft oder dem Geschlecht. So ist oft schon vorbestimmt, wer welchen Abschluss erreichen kann und wer nicht.

Selbstbestimmtes Handeln, politische Teilhabe und kritisches Hinterfragen werden zugunsten braver Angepasstheit an die Erfordernisse der Wirtschaft unterdrückt. Wie und was gelernt wird, ist größtenteils vorgegeben, kann nicht von allen Beteiligten mitgestaltet werden und orientiert sich deshalb auch nicht am Leben der Menschen. Lehre und Wissenschaft werden nicht nach den Bedürfnissen der Individuen ausgerichtet. Es scheint, als sollten wir nur das lernen, was der Arbeitsmarkt verlangt.

Ständiger Leistungsdruck und Disziplinierung rauben den Spaß am Lernen und unterdrücken jeden Funken Neugier. Gelernt wird für die gute Note. Der eigene Drang nach Wissen wird erstickt und individuelle Entfaltung findet keinen Platz. Vermehrt leiden schon junge Menschen an Burn-Out und Depression – das heutige Bildungssystem macht Menschen krank. Die alltägliche Frustration durch Stress und Zwang kennen wir alle.
VerliererInnen finden sich auf allen Seiten: Schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen treffen nicht nur Lehrkräfte an Schulen, sondern auch wissenschaftliche MitarbeiterInnen, Auszubildende, ErzieherInnen, Personal für Technik, Verwaltung und Reinigung. Letztendlich trifft es die Gesellschaft als Ganzes. Wie können wir an einer Lösung für so drängende Probleme wie Armut, Wirtschaftskrise, Unterdrückung, Krieg und Klimawandel arbeiten, wenn jedeR von der Schule an nur noch damit beschäftigt ist, nicht in der Konkurrenz unterzugehen?

Ob soziale Ausgrenzung, ständiger Leistungsdruck und Disziplinierung und Unterdrückung von kritischem Hinterfragen. Gründe um gegen unser Bildungssystem zu protestieren gibt es genug.
Kommt mit uns am 9.6. um 16:00 Uhr in den DJR (Seidelstraße 21) zum Transpis malen. Sprecht mit euren Schulvertretungen, ruft Schulversammlungen aus (§28 (1) ThürSchulG) und:

Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen,
lasst uns gemeinsam etwas verändern,
lasst uns gegen Lernfabriken …meutern!